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Weltweit arbeiten zahllose Wissenschaftler an der Erforschung der Vogelgrippe. Besorgniserregend ist jedoch, wie häufig und wie schnell die Annahmen der Experten von der Realität eingeholt werden.

So waren sie überrascht, als auf Rügen die erste an Vogelgrippe verendete Katze gefunden wurde und damit erstmals ein Säugetier dem Erreger zum Opfer gefallen war. Mittlerweile gibt es mehrere Fälle, in Österreich könnten sich nach ersten Erkentnissen sogar Katzen untereinander infiziert haben. Nun ist auch ein mit H5N1 infizierter Steinmarder gefunden worden. Dem Virus ist es also gelungen, auf eine weitere Säugetierart überzuspringen. Wie geht es weiter?

Nach dieser Entwicklung klingt jedenfalls die Einschätzung von Agrarminister Horst Seehofer noch bedrohlicher, wonach es der Tierseuche gelungen ist, näher an den Menschen zu rücken. Sicher wird zu Recht vor Panikmache gewarnt. Doch auffällig ist es, wie sehr die Fachwelt in vielen Bereichen im Dunkeln tappt. So wird die Einschätzung, das Virus werde durch Zugvögel eingeschleppt, mittlerweile immer lauter hinterfragt. Nicht jedem, der sich zu der Tierseuche äußert, geht es zudem um den Gesundheitsschutz für den Menschen. Manche Interessengruppen missbrauchen die Angst vor der Vogelgrippe auch für ideologische Feldzüge für oder wider die eine oder andere Haltungsform. Hier spielen auch wirtschaftliche Interessen des agrarindustriellen Sektors eine nicht unbedeutende Rolle.

Bisher handelt es sich bei der Tierkrankheit in Deutschland und Europa nicht um ein Massenphänomen. Von asiatischen Verhältnissen ist man weit entfernt. Was aber, wenn sich das ändert? Wird dann ein Marker-Impfstoff einsatzbereit sein um eine effektive Seuchenbekämpfung zu gewährleisten? Bislang hat die Politik sich bei diesem Thema entscheidungsschwach gezeigt.

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