Eine seit Wochen grassierende Dengue-Epidemie hat in Brasilien Dutzende Menschen das Leben gekostet. Jetzt richtete die Regierung in Brasilia einen Krisenstab ein, um die Seuche in den Griff zu bekommen.
Eine Dengue-Epidemie hat sich in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro dramatisch ausgebreitet. Zuletzt seien mehr als 2000 neue Krankheitsfälle pro Tag registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden der Stadt am Freitag (Ortszeit) mit. Seit Januar habe die von Mücken übertragenen Viruserkrankung allein in der Stadt Rio 29 Menschenleben gefordert. Im Bundesland Rio seien insgesamt 47 Todesopfer gezählt worden. Die Regierung in Brasilia kündigte die Gründung eines Krisenstabs an, der am Montag erstmals zusammenkommen soll. Die schlimmste Dengue-Epidemie erlebte Rio zuletzt 2002. Damals starben im gesamten Bundesstaat 90 Menschen.
Das Dengue-Fieber ist in den Tropen und Subtropen verbreitet. Die Krankheitssymptome sind wie bei einer schweren Grippeerkrankung. Besonders kleine Kinder, aber auch Erwachsene sind gefährdet. Gegen die Dengue-Infektion, die bei den meisten Erkrankten von selbst ausheilt, gibt es weder einen Impfschutz noch ein Medikament.
Brasiliens Verteidigungsminister Nelson Jobim sagte am Freitag am Rande eines Besuchs in Washington, die brasilianischen Streitkräfte seien bereit, bei der Bekämpfung des Problems zu helfen. «Die Situation dort in Rio ist wirklich ernst», räumte Jobim ein.
Vor den Kliniken in Rio mussten die Patienten auch am Samstag stundenlang auf ihre Untersuchung warten. Kleine Kinder seien bei brütender Hitze ohnmächtig geworden, hieß es. «Das Denguefieber hat inzwischen alle Stadtviertel Rios erreicht, und es breitet sich weiter aus», warnte der Präsident der Ärztegewerkschaft Jorge Darze.
